Ein glanzvoller Abend für den guten Zweck
Mit tosendem Beifall, stehenden Ovationen und Bravo-Rufen feierte das Publikum im voll besetzten Kursaal von Bad Herrenalb ein musikalisches Highlight bei der Benefizkonzertreihe „Klassik im Kloster“: „The Real Comedian Harmonists“, die sechs Männer im Frack, ließen den unverkennbaren Charme und die unvergessenen Melodien der legendären Gesangsgruppe in einer authentischen Neuformation wiederauferstehen.
Ein Stimmungsbild voller Emotionen und Publikumsbann
Dass dieser Abend zu einer meisterhaften Symbiose aus Kulinarik, Kunst und Kultur wurde, ist dem glücklichen Händchen und der Liebe zum Detail von Sabine Zoller zu verdanken. Sie hatte das Ensemble für Bad Herrenalb engagiert und das Event im historischen Kursaal perfekt inszeniert. Bei ihrer Begrüßung fand sie herzliche Worte:
„Es ist mir eine ganz besondere Freude, diese großartigen Musiker heute hier begrüßen zu dürfen. Das Ensemble passt perfekt in unser prachtvolles Ambiente, denn dieser Kursaal diente schon in den 1920er Jahren als glitzerndes Prunkstück zur feinen Unterhaltung der Kurgäste. Es ist wunderschön zu sehen, dass er auch ein Jahrhundert später nichts von seinem Charme eingebüßt hat und heute den authentischen Rahmen für diese zeitlose Musik bietet“, betonte Zoller sichtlich bewegt.
Zwischen stimmlicher Brillanz und humorvollem Slapstick
Die Begeisterung im Saal war von der ersten Minute an greifbar und steigerte sich mit jedem Lied. Das exzellent besetzte Ensemble mit Tobias Rusnak (1. Tenor), Loïc Schlentz (2. Tenor), Tom Schimon (3. Tenor), Michael Rapke (Bariton), Tobias Hagge (Bass) und Florian Fries am Flügel überzeugte auf ganzer Linie.
Dass der Funke sofort übersprang, lag vor allem an der grandiosen Prise Humor, die das Ensemble versprühte: Mit einer perfekten Kombination aus exzellenter Sangeskunst, erstklassigem Entertainment und einer pointierten, herrlichen Choreografie untermalten die Künstler die humorvollen Liedtexte und bewiesen herausragendes schauspielerisches Talent. Sie wirbelten mit einer Leichtigkeit über die Bühne, die das Publikum immer wieder zu stürmischen Lachsalven und begeistertem Zwischenapplaus hinriss.
Dieses erfrischende Konzept berührte nicht nur die Herzen, sondern strapazierte auch die Lachmuskeln. Es zog Menschen aus nah und fern an: Die Besucher waren aus Stuttgart, Speyer, Keltern, Freudenstadt, Neureut und sogar aus dem benachbarten Elsass angereist. Unter ihnen auch Gabriele Dunkel-Hirmer aus Speyer, die über eine ganz persönliche Motivation berichtete: „Ich habe viel von dieser Gesangsgruppe gehört, weil meine Großmutter immer davon schwärmte. Sie hatte noch das Original-Ensemble erlebt und war davon fasziniert.“ Nach dem Konzert zeigte sie sich ebenso verzaubert und schwärmte: „Das wunderschöne Konzert, die unerwartete, humorvolle Begegnung mit den Künstlern, das war für mich mehr als 'ein kleines Stückchen Glück', sondern ein ganz großes!!!“
Authentischer Klang mit kabarettistischer Note
Durch das Programm führte Pianist Florian Fries mit unglaublich viel Charme. Er gab Einblicke in die anspruchsvolle Arbeit des Ensembles, das sich 2019 bei einer Produktion im Stuttgarter Alten Schauspielhaus kennengelernt und seither über 9.700 gemeinsame Stunden verbracht hat:
„Wir haben den Anspruch, mit ähnlichen Stimmen und den Original-Arrangements aus den 20er Jahren ein möglichst naturgetreues Abbild zu schaffen. In solch herrlichen Sälen, die den akustischen Rahmen bieten und in denen man keine Mikrofone braucht, ist das natürlich ein äußerst authentisches Ergebnis.“
Fries spannte mit seiner Moderation den Bogen von der Gründung des Original-Ensembles durch Harry Frommermann im Dezember 1927, der, inspiriert von den amerikanischen „The Revelers“, die Gruppe gründete, über den großen Durchbruch bis hin zur bitteren Trennung im Jahr 1935.
Mit viel Liebe zum Detail und humorvollen Anekdoten stellten die heutigen Sänger die Protagonisten von einst vor. Hits wie „Veronika, der Lenz ist da“ oder das herrlich quirlige „Hallo, hallo, was machst du heut, Daisy?“ rissen das Publikum mit. „Frommermann hatte ein Händchen dafür, was die Menschen hören wollten“, betonte Fries. Dieselbe Treffsicherheit bewies Sabine Zoller bei der Künstlerauswahl, die sie mit kulinarischen Raffinessen wie einer eigens kreierten Eiskreation des lokalen Eismachers Lorenzo Pronesti abrundete.
Ein echter Gewinn für den Kulturtourismus und den guten Zweck
Wie wichtig solche Initiativen sind, unterstrich die Geschäftsführerin der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, Christine Schönhuber, in ihrem Grußwort. Sie würdigte „Klassik im Kloster“ als ein eindrucksvolles Beispiel für eine „gelungene Symbiose aus Kultur und Tourismus“, die sich gegenseitig inspirieren und eine besondere Strahlkraft entfalten.
Dieser Enthusiasmus war auch im spürbaren sozialen Engagement des Abends verankert, der als Benefizveranstaltung fungierte: Sabine Zoller stellte dem Publikum die sechs Ordensschwestern der Franziskanerinnen aus Erlenbad vor, die im März 2026 anlässlich der Generalsynode in Bad Herrenalb weilten. Der weltweit auf fünf Kontinenten sozial aktive Orden durfte sich am Ende des Abends über eine Spendensumme von rund 800 Euro freuen.
Krönendes Finale voller Fröhlichkeit
Nach dem großen Finale mit dem absoluten Stimmungsgaranten „Wochenend und Sonnenschein“ brachen im Saal alle Dämme: Stehende Ovationen und tosender Beifall hielten minutenlang an. Ein Abend, der den Gästen passend zum sommerlichen Sonnenschein ein Wochenende voller Glückseligkeit und bester Laune bescherte.
Die Begeisterung setzte sich nach Konzertende fort, als die Besucher dicht gedrängt am Stand anstanden, um Schallplatten und CDs signieren zu lassen. Ein grandioses Erinnerungsfoto vor dem überdimensionalen Ankündigungsplakat des Konzerts vereinte schließlich die bestens gelaunten Künstler, die Ordensschwestern und Sabine Zoller. Es war ein Abend, der exzellente Musik, humorvolles Kabarett und wohltätiges Engagement auf schönste Weise verband und als glanzvoller Triumph für die Initiative „Klassik im Kloster“ in Erinnerung bleibt.
Text: Mortimer Marstrand - Fotos: Klaus Eppele




