Firmenbesuch bei Bäckerei Raisch und Dentaltechnik Höhn

Auftakt bei der Bäckerei Raisch
 

Im Mai 2025 eröffnete die Bäckerei & Konditorei Raisch ihre neue Filiale in Straubenhardt. Geschäftsführer Matthias Raisch, Sohn des Gründerehepaars, begrüßte die Besuchergruppe im Café mit Butterbrezeln, Kaffee und süßen Stückchen. Die Erfolgsgeschichte des Familienbetriebs begann 1991, als Udo und Linda Raisch gemeinsam mit fünf Mitarbeitenden ihre erste Bäckerei und Konditorei gründeten. Heute zählt das Unternehmen mit Sitz in Calw-Oberried bereits 42 Verkaufsstellen. Erfahrung, Innovationsfreude und moderne Technik prägen das Selbstverständnis der Familie Raisch. Sowohl Firmengründer Udo Raisch als auch seine drei Kinder sind heute Gesellschafter des Familienunternehmens und bilden gemeinsam die Geschäftsführung der Bäckerei & Konditorei Raisch GmbH & Co. KG.
 

Obwohl den Kindern bei der Berufswahl stets freie Hand gelassen wurde, waren die Eltern große Vorbilder – und die Backstube schon früh ihr liebster Spielplatz. „Ich könnte das Unternehmen nicht ohne meine Geschwister führen“, betont Matthias Raisch. Dass aus der kleinen Gründungsidee einmal ein so großes Familienunternehmen werden würde, war ursprünglich nicht geplant. „Man einigte sich damals scherzhaft auf ein Kind pro Filiale“, erzählt er lachend – ein Plan, der spätestens nach dem dritten Kind verworfen wurde.
 

Von Beginn an legte das Ehepaar Raisch großen Wert auf Nachhaltigkeit. Das Mehl stammt beispielsweise aus Horb, und auch bei Wurstwaren setzt man auf kurze Lieferwege und langjährige Partnerschaften. Eine Metzgerei, mit der man seit der Gründung zusammenarbeitet, ist gemeinsam mit der Bäckerei gewachsen und liefert bis heute die Fleischwaren. 2019 erhielt das Unternehmen das Prüfsiegel „gesicherte Nachhaltigkeit“, das jährlich überprüft wird. Den täglichen Strombedarf der Zentrale deckt eine Photovoltaikanlage, und an den Öfen sorgt unter anderem Wärmerückgewinnung für Energieeffizienz. Zwischen 2020 und 2023 wurde die Zentrale erneut erweitert und modernisiert.
 

In der Backstube sorgen täglich 100 bis 150 Mitarbeitende dafür, dass alle Filialen frisch beliefert werden. Tiefgekühlte Ware kommt für die Familie nicht infrage – Qualität hat oberste Priorität. Moderne Technik unterstützt die Bäckerinnen und Bäcker: Ein Fördersystem transportiert das Mehl direkt an den Verarbeitungsort, Laufwege wurden reduziert, und schwere Teigschüsseln müssen nicht mehr per Hand geleert werden. So können sich die Mitarbeitenden ganz auf ihr Handwerk konzentrieren und gleichzeitig körperlich schonend arbeiten, um ihren Beruf langfristig ausüben zu können.
Um die Balance zwischen vollen Regalen bis zum Abend und der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung zu halten, setzt Raisch auf KI-gestützte Programme, die den täglichen Bedarf berechnen und die Backplanung optimieren. Übrig gebliebene Backwaren werden gespendet, zu Weckmehl verarbeitet, als Viehfutter genutzt oder in einer Biogasanlage verwertet.
 

Matthias Raisch lud die Gruppe abschließend in die Filiale nach Calw-Oberried zu einer ausführlichen Backstuben-Führung ein. Bürgermeister Helge Viehweg nahm dies direkt als Anlass einen Ausflug für die Straubenhardter zu planen.
 

Weiter im selben Gebäude bei Dentaltechnik Höhn
 

Zwei Stockwerke über dem Café wurde die Gruppe bei der Firma Höhn Dentaltechnik von Julian Höhn zum nächsten Firmenbesuch empfangen. Rund 20 Mitarbeitende sorgen hier für individuell gefertigten Zahnersatz. Das Unternehmen wurde im Oktober 1992 von Martin Höhn als „Martin Höhn Dental-Labor“ in Keltern gegründet und entwickelte sich zu einem kleinen Familienbetrieb, der 2025 in größere Räumlichkeiten nach Straubenhardt umzog.
 

Julian Höhn, der das Unternehmen 2024 von seinem Vater übernahm, führte die Gruppe durch die verschiedenen Laborbereiche. Der Rundgang begann im Empfangsbereich und führte anschließend in den Raum, in dem aus den Abdrücken der Zahnarztpraxen die Gipsmodelle hergestellt werden. Diese Modelle dienen als Grundlage, um später den Zahnersatz passgenau anfertigen zu können. Im nächsten Raum entstehen an verschiedenen Arbeitsplätzen sämtliche Arten von Zahnersatz. Durch die Spezialisierung der Mitarbeitenden kann ein Implantat von einer einzelnen Fachkraft von Anfang bis Ende gefertigt werden. Dabei stehen Passgenauigkeit, Ästhetik und patientengerechte Lösungen stets im Mittelpunkt. Kronen, Brücken, Teilkronen, maßgefertigte Füllungen sowie dünne Keramikverblendschalen (Veneers) werden direkt vor Ort gefertigt und bei Bedarf individuell angepasst. Verarbeitet werden ausschließlich CE zertifizierte Materialien namhafter Hersteller. Auch für Allergiker bietet Höhn Dentaltechnik besonders gut verträgliche Zahnersatzlösungen an.
 

 

Der Beruf des Zahntechnikers ist ein anerkannter Ausbildungsberuf mit einer 3,5 jährigen Lehrzeit. Viele Auszubildende wechseln nach ihrer Ausbildung jedoch in die Industrie oder beginnen ein Studium der Zahnmedizin, was die Besetzung offener Stellen erschwert. Gleichzeitig hält die Digitalisierung zunehmend Einzug in das Handwerk. Julian Höhn setzt darauf, bewährte handwerkliche Techniken mit moderner Technologie zu verbinden.
 

 

Im Labor werden unterschiedlichste Materialien wie Keramik, Kunststoffe, Titan, Edel- und Nichtedelmetalle sowie Gold verarbeitet. Daraus entstehen sowohl herausnehmbare als auch festsitzende Prothesen und Implantatversorgungen. Neben der filigranen Handarbeit kommen CNC Fräsmaschinen und 3D Drucker zum Einsatz. Je nachdem, ob ein Silikonabdruck oder ein digitaler Zahnabdruck vorliegt, können die Modelle aus Gips oder Kunststoff erstellt werden. Der 3D Druck spart dabei Zeit, da die Modelle schneller fertig sind als ein Gipsmodell trocknen kann. Ganz ersetzen lässt sich der Gipsabdruck jedoch noch nicht. Trotz modernster Technik bleibt das Labor auf gut ausgebildetes handwerkliches Können angewiesen.
 

Beide Familienunternehmen zeigen eindrucksvoll, wie sich Erfahrung und Tradition mit moderner Technik und Wachstum verbinden lassen. Bürgermeister Helge Viehweg ist froh, zwei so engagierte Betriebe neu in Straubenhardt begrüßen zu dürfen.

Bürgermeister Helge Viehweg (2. v. r.), die Gemeinderatsmitglieder Jörg Gube, Gustav Bott, Erna Grafmüller, Uwe Gorgus und Jochen Irion (v. l.) sowie Simon Becht (r.) wurden von Matthias Raisch empfangen. Bild: Gemeinde Straubenhardt
Den Nebenraum in der Bäckerei Raisch kann man für Familien oder Firmenfeiern reservieren. Bild: Gemeinde Straubenhardt
An einem separaten Arbeitsplatz zeigten zwei Mitarbeiterinnen, wie sie Schicht für Schicht Kunststoff auftragen, um einen künstlichen Zahn zu modellieren. Für die Herstellung eines solchen Zahnes benötigt eine Fachkraft etwa einen Arbeitstag. Bild: Gemeinde Straubenhardt
Hier erfolgt die Fräsbearbeitung eines Zahlenmodells aus einem kreideähnlichen Material. Bild: Gemeinde Straubenhardt
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