Gastgeber wollen stärker zusammenrücken

Erste Straubenhardter Tourismus-Werkstatt auf dem Biohof Reiser setzt Impuls für mehr Vernetzung und gemeinsames Handeln
 

Straubenhardt. Klein, aber fein: Mit der ersten Straubenhardter Tourismus-Werkstatt auf dem Biohof Reiser ist ein wertvoller Anfang gemacht. In überschaubarer Runde kamen kürzlich örtliche Gastgeber, touristische Akteure und Gemeinderäte zusammen, um über Chancen, Herausforderungen und Potenziale des Tourismus in Straubenhardt und im Nordschwarzwald zu sprechen.
 

Eingeladen hatte die Gemeinde Straubenhardt gemeinsam mit der Tourismusgemeinschaft Albtal Plus (TAP) und der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald (TNS). Im Mittelpunkt stand ein lockerer, aber inhaltlich gehaltvoller Austausch unter dem Motto: „Zusammenkommen ist ein wertvoller Anfang, zusammenbleiben ist ein aktiver Fortschritt, zusammen arbeiten ist ein nachhaltiger Erfolg – der wirkt und begeistert!“
 

Bürgermeister Helge Viehweg zeigte sich zwar etwas enttäuscht über die geringe Teilnehmerzahl, bewertete das Treffen dennoch als wichtiges Signal. „Ich sehe eine Chance“, sagte er. Künftig wolle man auch diejenigen stärker ansprechen und zum Mitmachen ermutigen, die bei der ersten Runde noch nicht dabei waren. Gerade im Tourismus, so wurde deutlich, kommt es auf persönliche Kontakte, kurze Wege und gemeinsames Engagement an.
 

Einen Einblick in die aktuelle touristische Arbeit der Region gaben Sandra Lahm, Geschäftsführerin der Tourismusgemeinschaft Albtal Plus, und René Skiba, Geschäftsführer der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald. Beide stellten Überlegungen zu einer engeren Zusammenarbeit der beiden Tourismusorganisationen vor. Lahm verwies auf zahlreiche Parallelen und gemeinsame Interessen. Ziel sei es, nicht nur Gäste von außerhalb anzusprechen, sondern auch den Einheimischen den Freizeitwert der eigenen Region bewusster zu machen. „Wir wollen nicht nur Touristen, sondern auch Einheimischen den Freizeitwert und Ort interessant machen“, betonte sie.
 

René Skiba hob vor allem die möglichen Synergieeffekte einer stärkeren Zusammenarbeit hervor. Eine gemeinsame Ausrichtung könne für mehr Sichtbarkeit sorgen und die touristischen Angebote der Region besser bündeln. Besonders wichtig sei dabei, die Akteure vor Ort miteinander ins Gespräch zu bringen. „Tourismus lebt vom Austausch“, sagte Skiba.
 

Wie wichtig diese Vernetzung ist, zeigte sich bereits während der Gesprächsrunde auf dem Biohof Reiser, der selbst Ferienwohnungen anbietet und zu den „Feinen Adressen“ zählt. Schnell wurden praktische Beispiele genannt: Bei Kapazitätsengpässen etwa sei es hilfreich, andere Unterkunftsbetriebe persönlich zu kennen und Gäste unkompliziert weitervermitteln zu können.
 

Auch veränderte Erwartungen der Besucher kamen zur Sprache. Der Trend gehe immer stärker zum Erlebnis, während die reine Übernachtung allein weniger im Vordergrund stehe. Viele Gäste fragten gezielt nach guten Restaurants, Ausflugsmöglichkeiten oder besonderen Veranstaltungen, berichtete ein Teilnehmer. In diesem Zusammenhang wurde auch die Onlinebuchung von Events als Zukunftsthema angesprochen.
 

Einigkeit bestand darin, dass Gastgeber, Vereine, Kulturschaffende und weitere touristische Akteure künftig noch stärker an einem Strang ziehen sollten. Dabei müsse der Blick über die Ortsgrenzen hinausgehen. Schließlich interessierten sich Gäste meist nicht nur für einen einzelnen Ort, sondern für die gesamte Region.
 

Zum Abschluss fiel das Fazit positiv aus: Die erste Tourismus-Werkstatt hat zwar in kleiner Runde stattgefunden, aber wichtige Impulse gesetzt. Entscheidend werde nun sein, das entstandene Gespräch fortzuführen, weitere Mitstreiter zu gewinnen und aus ersten Ideen konkrete Schritte zu entwickeln.

Klein, aber fein: Mit der ersten Straubenhardter Tourismus-Werkstatt auf dem Biohof Reiser wurde ein wertvoller Anfang gemacht. Bild: Gemeinde Straubenhardt
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