Gemeinderat besucht vier Unternehmen
Firmen zeigen Vielfalt und starke Verbundenheit mit der Region
Straubenhardt. Vier Unternehmen, vier unterschiedliche Geschäftsfelder und ein gemeinsamer Eindruck: Die örtlichen Betriebe arbeiten engagiert, innovativ und mit einer engen Verbindung zur Region. Gemeinsam mit Bürgermeister Helge Viehweg besuchten die Gemeinderatsmitglieder Katrin Bay, Eva-Maria Ochner, Gustav Bott, Uwe Gorgus und Patrick Vester mehrere Unternehmen in Ottenhausen, Conweiler und Schwann.
Ziel der Firmenbesuche war es, Einblicke in die tägliche Arbeit der Betriebe zu gewinnen und den Austausch zwischen Gemeinde und Wirtschaft zu stärken.
Traditionsbetrieb mit neuen Ideen
Erste Station war die Nudelfabrik Knoll in Ottenhausen. Der Betrieb wurde im September 2025 von Anna Teshner und ihrem Mann Oliver Baumann übernommen. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1964 zurück, als Bäckermeister Hubert Knoll in Weiler mit der Herstellung von Bandnudeln begann. Seit 1972 befindet sich die Produktion in Ottenhausen.
Heute werden dort nach Unternehmensangaben rund 10.000 Tonnen Nudeln pro Jahr hergestellt. Eigene Maschinen sorgen dafür, dass die Produkte trotz industrieller Fertigung ihren handwerklichen Charakter behalten. Verwendet werden ausschließlich heimische Rohstoffe.
Die neuen Inhaber haben das Angebot inzwischen erweitert. Neben Nudeln werden im Werksladen unter anderem Mehl, Maultaschen, Soßenpulver und Gemüse angeboten. Jeden Donnerstag können frische Spätzle vorbestellt werden. Darüber hinaus beliefert das Unternehmen Gastronomiebetriebe, Vereine und Veranstaltungen in der Region.
Nach einer schwierigen Phase soll der Laden nun wieder stärker belebt werden. Das Sortiment wachse kontinuierlich, erklärten die Betreiber. Vereine seien ausdrücklich eingeladen, für mögliche Kooperationen Kontakt aufzunehmen.
Präzision im Maschinenbau
Anschließend besuchte die Delegation die Henninger GmbH & Co. KG in Conweiler. Geschäftsführer Roman Kerres stellte gemeinsam mit seinem Vater Jakob und seinem Bruder Dominik das Unternehmen vor.
Henninger wurde 1956 gegründet und ist heute auf hochpräzise Werkzeugmaschinen, Zentrumschleifmaschinen, Schnelllaufspindeln, Winkelköpfe und individuelle Sonderlösungen spezialisiert. Das Unternehmen ist international tätig und beliefert Kunden in Europa sowie vereinzelt in Asien.
Seit 2017 arbeitet Henninger eng mit dem Schwesterunternehmen AGEMA Germany GmbH zusammen, das Erodiermaschinen produziert. Im Jahr 2022 wurde der Standort saniert und um eine rund 1.600 Quadratmeter große Fertigungshalle erweitert.
In der Produktion übernehmen die Beschäftigten große Verantwortung: Häufig betreut ein Mitarbeiter eine Maschine bis zur Fertigstellung des jeweiligen Bauteils. Die persönliche Arbeitsweise trage nach Angaben des Unternehmens zur geringen Mitarbeiterfluktuation bei.
Eine Herausforderung sei derzeit die Suche nach zuverlässigen Lieferanten. Mehrere langjährige Partner seien in der Vergangenheit insolvent gegangen, weshalb neue Unternehmen gefunden werden müssten, die vergleichbare Qualitätsstandards erfüllen.
Neuer Biomarkt in Conweiler
Dritte Station war der neue GöPi-Biomarkt in Conweiler. Geschäftsführer Kevin Popp begrüßte die Besucher und führte sie durch die Filiale, die seit Mai geöffnet ist.
Das regionale Biomarkt-Netzwerk verfügt außerdem über Standorte in Langensteinbach und Ettlingen. Die GöPi GmbH wurde 2009 gegründet und befindet sich bis heute im Familienbesitz.
Da die Verkaufsfläche in Conweiler deutlich kleiner ist als in der Hauptfiliale, konzentriert sich das Angebot auf besonders gefragte Produkte. Weitere Waren können bei Bedarf aus Langensteinbach geliefert werden. Acht Beschäftigte arbeiten am neuen Standort, darunter zwei Vollzeitkräfte und ein Auszubildender.
Nach Einschätzung des Geschäftsführers achten viele Verbraucher zunehmend auf einen bewussten Konsum. Auch Fleisch werde häufiger gezielt in Bioqualität gekauft. Gleichzeitig müsse Bio nicht zwangsläufig teuer sein. Durch direkte Lieferbeziehungen könne der Markt zahlreiche Produkte zu günstigen Einstiegspreisen anbieten.
Zum Angebot gehören außerdem ein Salatbuffet und zwei wechselnde Mittagsgerichte. Von Montag bis Freitag wird jeweils eine vegetarische und eine nicht vegetarische Mahlzeit angeboten.
Fitness, Wellness und Gastronomie unter einem Dach
Zum Abschluss besuchte die Gruppe das Glamour Loft in Schwann. Inhaberin Daniela Grgecic betreibt die vielseitige Einrichtung seit drei Jahren.
Das Glamour Loft ist weit mehr als ein Frauenfitnessstudio. Neben Sportkursen werden Personaltraining, Wellnessangebote, Gastronomie und Veranstaltungen angeboten. Auch Männer können an bestimmten Trainingsangeboten teilnehmen. Mehrere Fußball- und Handballmannschaften nutzen die Räumlichkeiten bereits zur Saisonvorbereitung.
Im Wellnessbereich können unter anderem Sauna, Massagen und Lymphdrainagen gebucht werden. Die Eventlocation bietet Platz für bis zu 100 Personen und kann beispielsweise für Geburtstage, Hochzeiten, Junggesellenabschiede oder Trauerfeiern genutzt werden.
Darüber hinaus gibt es ein Frühstückscafé mit Terrasse, Pancakes, Bagels, Bowls und einer Eisbar. Jeden ersten Sonntag im Monat wird ein Frühstücksbuffet angeboten. Auch regelmäßige Abendveranstaltungen und Afterwork-Treffen gehören inzwischen zum Programm.
Die lang anhaltende Straßensperrung in Schwann habe jedoch zu einem Rückgang der Kundschaft geführt, berichtete Grgecic. Zudem werde der Betrieb noch immer häufig ausschließlich als Frauenfitnessstudio wahrgenommen. Bürgermeister Viehweg wünschte der Inhaberin Durchhaltevermögen und viele neue Gäste.
Große Leidenschaft für den Standort
Die Besuche machten deutlich, wie unterschiedlich die örtlichen Unternehmen aufgestellt sind. Vom traditionsreichen Lebensmittelbetrieb über international tätigen Maschinenbau und Biohandel bis hin zur vielseitigen Freizeit- und Eventlocation zeigen alle Betriebe eine starke Verbundenheit mit der Gemeinde.
Der direkte Austausch soll dazu beitragen, die Anliegen der Unternehmen frühzeitig zu erkennen und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Gemeinderat und Verwaltung weiter zu stärken.



