Grundschule Schwann als erste Naturpark-Schule im Enzkreis ausgezeichnet
Straubenhardt-Schwann. Die Grundschule Schwann in Straubenhardt ist als erste Schule im Enzkreis mit dem Prädikat „Naturpark-Schule“ ausgezeichnet worden. Die offizielle Urkunde überreichte Yvonne Flesch, stellvertretende Geschäftsführerin des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, am Mittwoch, 13. Mai, auf dem Biolandhof Reiser an Schulleiterin Elisabeth Kiebelstein.
Mit der Auszeichnung würdigt der Naturpark Schulen, die Kindern regionale Natur, Kultur und Landwirtschaft auf anschauliche Weise näherbringen. An der Grundschule Schwann geschieht das nicht nur im Klassenzimmer, sondern vor allem draußen: auf Streuobstwiesen, im Wald, auf dem Bauernhof oder bei Projekten rund um regionale Lebensmittel.
„Die Auszeichnung als Naturpark-Schule zeigt, wie lebendig Lernen sein kann“, betonte Yvonne Flesch bei der Übergabe. Die Kinder erkundeten selbst die Kulturlandschaft ihrer Heimat und entwickelten dabei ein Verständnis für ökologische Zusammenhänge, regionale Wertschöpfung und verantwortungsbewusstes Handeln in der Natur.
Auch Bürgermeister Helge Viehweg zeigte sich erfreut. In Straubenhardt gibt es mit der Kita Kunterbunt bereits einen ausgezeichneten Naturpark-Kindergarten. Mit der neuen Naturpark-Schule entstehe nun ein Bildungsweg, der Kinder von klein auf für ihre Heimat sensibilisiere. Natur, Landwirtschaft und Alltag würden so unmittelbar miteinander verbunden.
Schulleiterin Elisabeth Kiebelstein hob hervor, wie nachhaltig die Erfahrungen bei den Kindern wirken. Wenn sie Tiere im Wald erforschen, Äpfel auf der Streuobstwiese ernten und zu Saft verarbeiten oder auf dem Bauernhof Unterschiede zwischen biologischer und konventioneller Tierhaltung kennenlernen, werde Natur begreifbar und bleibe im Gedächtnis.
Zu den Projekten der Grundschule gehörten unter anderem Besuche auf dem Biolandhof Reiser. Dort lernten die Schülerinnen und Schüler die Landwirtschaft als wichtigen Teil der regionalen Kulturlandschaft kennen. Sie beobachteten Kühe in artgerechter Weidehaltung, sprachen über Unterschiede zur Massentierhaltung und verarbeiteten hofeigene Produkte gemeinsam zu Waffeln.
Beim Projekt „Klima-Kochtopf“ beschäftigten sich die Kinder mit saisonalen Lebensmitteln aus dem Naturpark, deren Nährstoffen und klimafreundlicher Ernährung. Im Wald untersuchten sie gemeinsam mit Fachleuten Pflanzen, Tiere und ökologische Zusammenhänge. Die Streuobstwiese wurde zum „grünen Klassenzimmer“: Dort sammelten die Kinder Äpfel, stellten Saft und Dörrobst her und erfuhren, warum Streuobstwiesen für Artenvielfalt und Biodiversität wichtig sind.
Auch die Eltern unterstützen das Konzept. Sie berichten, dass die Kinder die Erfahrungen mit nach Hause nehmen – etwa beim Einkauf regionaler Lebensmittel, beim Bepflanzen von Beeten oder durch Erzählungen von Projekten wie dem Kartoffelanbau. Die Kinder fühlten sich ernst genommen, weil sie nicht nur zuhören, sondern selbst mitgestalten dürften.
Volker Traub, Leitender Schulamtsdirektor des Staatlichen Schulamts Pforzheim, sprach bei der Feier von einer besonderen Form der „KI“: der „kindlichen Intelligenz“. Gerade das Entdecken mit allen Sinnen helfe den Kindern, kluge Fragen zu stellen und Verantwortung für den Erhalt der Schwarzwälder Kulturlandschaft zu übernehmen.
Mit der Grundschule Schwann wächst das Netzwerk der Naturpark-Schulen weiter. Insgesamt tragen inzwischen 24 Schulen aus sechs Stadt- und Landkreisen im nördlichen und mittleren Schwarzwald das Prädikat. Neben Grundschulen gehören auch weiterführende Schulen und sonderpädagogische Einrichtungen dazu. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen ihre Region näherzubringen und zugleich Natur, Kultur und nachhaltige Wertschöpfung langfristig zu stärken.
