Musik statt Sprachgrenzen: Deutsch-französisches Jugendorchester lädt zum Konzert auf dem Dobel ein
„Sprache trennt, Musik verbindet.“ Diese Leitidee wird derzeit auf dem Dobel eindrucksvoll mit Leben gefüllt. Bereits zum sechsten Mal organisiert der Arbeitskreis Musik in der Jugend (AMJ) Baden-Württemberg eine deutsch-französische Musikfreizeit. Aktuell sind 40 Jugendliche im EC-Center Dobel zu Gast, um gemeinsam zu proben, die Sprache des Nachbarlandes kennenzulernen und den europäischen Gedanken hautnah zu leben. Als krönender Höhepunkt präsentiert das Jugendorchester sein Abschlusskonzert am Montag um 16.00 Uhr im Dobler Kurhaus. Der Eintritt ist frei.
Das Organisationsteam um Sara Dicks, Mona Primke und Lisa Ecker blickt auf eine intensive Woche zurück. Wie groß die Nachfrage ist, zeigt der Ansturm auf die Plätze: „Als die Freizeit an Silvester online ging, war sie bereits nach 20 Stunden auf deutscher Seite restlos ausgebucht“, so Dicks. Das dreiköpfige Orga-Team kennt die prägende Wirkung aus eigener Erfahrung: „Wir haben uns 2014 selbst auf einer Musikfreizeit kennengelernt und möchten diese positiven Erlebnisse nun an die nächste Generation weitergeben“, betonen Mona Primke, die für die musikalische Ausrichtung und Lisa Ecker, die für die Sprachanimation der deutsch-französischen Freizeit verantwortlich sind.
Dazu ist der Tagesablauf voll ausgefüllt: Neben drei bis vier Stunden Orchesterprobe gehört auch das tägliche Chorsingen dazu. Für Jakob Krüger (13) aus Wiesloch ist die Probenarbeit „ein ganz besonderes Erlebnis“ und Marwin Landenberger (15) aus Reutlingen, der bereits im Nachwuchsorchester der Württembergischen Philharmonie Reutlingen spielt, betont: „Orchester spielen macht einfach riesigen Spaß!“
Neben der Musik liegt der Schwerpunkt auf der sprachlichen Annäherung. Täglich steht eine Stunde Sprachanimation auf dem Programm. Der deutsch-französische Austausch steht auch beim Freizeitprogramm, betreut von Silvan Kühne und Simon Lunkenheimer aus Paris, im Mittelpunkt. Statt trockenem Vokabellernen wird die Sprache spielerisch vermittelt, um Berührungsängste abzubauen. Miria Reichert (12) aus Bad Säckingen beschreibt es treffend: „Alle sprechen unterschiedliche Sprachen und man kann sich trotzdem unterhalten.“ Julien Barré (15) aus Chartres ist bereits zum vierten Mal dabei und spricht mittlerweile fließend Deutsch. Ysé John (14) aus der Normandie ist es eine Premiere und dabei hat sie neue Freundschaften geschlossen. Was alle Teilnehmenden verbindet, wird beim gemeinsamen Abschlusskonzert erlebbar: Es verspricht Vielfalt auf hohem Niveau mit Werken von Edvard Grieg und Johann Strauss, Filmmusik sowie deutsch-französischen Chorwerken.
Dass die Freizeit ein starkes Signal für Europa setzt, unterstreicht der Besuch prominenter Ehrengäste: Marie-Sophie Lanig, Mitglied des Europäischen Parlaments und Carl Christian Hirsch, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg werden zum Konzert erwartet und laden im Anschluss zu einem Stehempfang ein, um über grenzüberschreitende Begegnungen in den Austausch zu kommen.
