Von der Hölle ins Paradies

(SZ) Am 24. Februar wird die historische Klosterkirche zum Schauplatz einer besonderen kulturellen Begegnung. Der renommierte Dante-Spezialist Lorenzo Bastida lädt zu einer „Lecture-Performance“ ein, die Weltliteratur mit seltenen musikalischen Klängen verbindet.
 

Dante Alighieri und seine „Göttliche Komödie“ – ein Werk, das über 14.000 Verse umfasst und seit über 700 Jahren die Gemüter bewegt. Doch wie aktuell ist der Weg durch die Hölle, den Läuterungsberg und das Paradies heute noch? Dieser Frage geht der Philologe und Theaterinterpret Lorenzo Bastida in seinem Programm „Liebe und Freiheit“ auf den Grund.
 

Ein Experte von internationalem Ruf
 

Mit Bastida kommt ein Gast nach Bad Herrenalb, der Dantes Erbe wie kaum ein anderer verkörpert. Der gebürtige Florentiner hat an den Universitäten von Florenz, Paris und Genf studiert und lehrt heute italienische sowie französische Literatur. Seine Vortragsreisen führten ihn bereits an Elite-Universitäten wie Cambridge und durch bedeutende Kulturstädte wie Zürich. Bekannt ist er vor allem dafür, die oft sperrig wirkende mittelalterliche Poesie in lebendige, greifbare Darbietungen zu verwandeln.
 

Die Kraft der Liebe als Kompass
 

Im Zentrum des Abends steht die spannungsvolle Beziehung zwischen Liebe und Freiheit. Im Mittelalter wurden diese beiden Begriffe oft als Gegensätze betrachtet. Bastida zeigt jedoch auf, wie Dante sie in eine harmonische Einheit bringt: Für den Dichter ist die Liebe die universelle Kraft, die „die Sonne und die anderen Sterne bewegt“. Doch erst wenn diese Liebe auf das Gute ausgerichtet ist, führt sie den Menschen zur wahren Freiheit.
 

Der Abend ist in sechs Etappen gegliedert. Nach einer Einführung in Dantes Zeit folgen ausgewählte Lesungen in der italienischen Originalsprache. Damit das Publikum der Reise mühelos folgen kann, werden die Texte durch deutsche Kommentare eingeleitet und erläutert. Die Auswahl reicht von den frühen Sonetten der „Vita Nuova“, die Dantes tiefe Verehrung für seine Muse Beatrice beschreiben, bis hin zu den monumentalen Gesängen des Paradieses.
 

Musikalische Raritäten in neuem Gewand
 

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung ist die musikalische Begleitung. Die Flötistin Bella Kublanova (Quer- und Piccoloflöte) und die Gitarristin Apapat Laoporn bringen Stücke zu Gehör, die auf den spätantiken Philosophen Boethius zurückgehen. Boethius war für Dante ein verehrtes Vorbild und eine wichtige Inspirationsquelle.
 

Das Besondere an dieser Aufführung: Die Stücke wurden von dem zeitgenössischen italienischen Komponisten Torquato Vittorio Verbini neu arrangiert. In dieser speziellen Bearbeitung für Flöte und Gitarre ist die Musik in dieser Form eine Seltenheit und verspricht ein Klangerlebnis, das die Brücke vom tiefen Mittelalter bis in die Gegenwart schlägt.
 

Die Veranstaltung findet am 24. Februar, 19.00 Uhr in der Klosterkirche Bad Herrenalb statt. Interessierte sind eingeladen, in die Welt Dantes einzutauchen und die zeitlose Verbindung von Philosophie, Poesie und Musik neu zu entdecken. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.
 

 

Fotos Privat - Text Sabine Zoller

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