Zur Bekämpfung stellt die Landesregierung von Baden-Württemberg Gelder zur Verfügung

(SZ) Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat auf die weitere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse reagiert und stellt für das Jahr 2026 finanzielle Mittel zur Verfügung. Laut Meldung des Ministeriums ist das Nestentfernen als zentraler Baustein bei der Bekämpfung dieser aus Südostasien stammenden invasiven Art bestätigt. Für den Zeitraum vom 1. Mai bis zum 31. Juli 2026 gewährt das Land einen Zuschuss von 60 Euro pro entferntem Primärnest. Insgesamt steht ein Budget von 95.000 Euro bereit, was die Finanzierung von über 1.500 Einsätzen ermöglicht.
 

Die invasive Art der Asiatischen Hornisse breitet sich in Baden-Württemberg rasant aus und bedroht die heimische Insektenwelt massiv. In Bad Herrenalb nimmt nun Torsten Schiebenes aus Bernbach als aktuell einziger speziell ausgebildeter Nestentferner in Bad Herrenalb den Kampf gegen die „Vespa velutina“ auf. Er startet mit einem dringenden Aufruf an die Bevölkerung zur Meldung von Nestsichtungen, um gezielt die sogenannten Primärnester zu entfernen und damit das Entstehen sogenannter Sekundärpopulationen bereits im Keim zu ersticken.
 

Da die Naturschutzverwaltung eine Kostenübernahme in der Regel ablehnt, schließt das Ministerium hiermit eine wichtige Lücke. Die Förderung ist so konzipiert, dass sie direkt den registrierten Fachkräften zugutekommt. Dadurch können diese die Dienstleistung für die betroffenen Bürger kostenfrei anbieten. Eine direkte Auszahlung an Privatpersonen ist nicht vorgesehen.
 

Mit Fachwissen und hohem privatem Investment stellt sich Schiebenes einer Aufgabe, die für das ökologische Gleichgewicht der Region von zentraler Bedeutung ist. Der Druck auf die heimische Natur wächst stetig. Was im Jahr 2014 mit dem ersten Nachweis der Asiatischen Hornisse in Baden-Württemberg begann, hat sich längst zu einer massiven Herausforderung entwickelt. Allein im vergangenen Jahr wurden in Bad Herrenalb 35 Nester entfernt, eine Zahl, die das Ausmaß der Invasion verdeutlicht. Torsten Schiebenes, zweiter Vorstand des Bezirksbienenzüchtervereins Bad Herrenalb, warnt eindringlich vor den Folgen: Ein einziges Hornissenvolk vertilgt pro Jahr etwa 15 Kilogramm Biomasse. In der Praxis bedeutet das den Tod von rechnerisch bis zu 150.000 Bienen und anderen Insekten, die als lebenswichtige Proteinquelle für die Brut der Hornissen dienen. Damit entzieht der invasive Räuber nicht nur den Imkern ihre Völker, sondern schädigt auch die Nahrungsgrundlage hiesiger Vögel.

Um dieser Bedrohung professionell zu begegnen, hat Schiebenes eine fundierte Ausbildung an der Universität Hohenheim absolviert. Dort lernte er in der Theorie, die Asiatische Hornisse präzise von der geschützten europäischen Verwandten zu unterscheiden. Während die heimische Hornisse durch eine rötliche Maske und einen hellen Hinterleib auffällt, ist die asiatische Variante dunkler gefärbt und an ihren markanten gelben Beinen erkennbar. Neben der Biologie und dem Lebenszyklus bildete die praktische Handhabung der Nestentfernung den Schwerpunkt seiner Schulung. Da sich die Nester oft in schwindelerregenden Höhen von bis zu 20 Metern in Baumkronen befinden, ist der Einsatz spezieller Lanzen erforderlich, um die Tiere effektiv und sicher zu bekämpfen.
 

Für das Engagement zum Naturschutz hat Schiebenes bereits rund 1.000 Euro aus eigener Tasche in Schutzausrüstung, Absaugkästen und spezielles Werkzeug investiert, um Nester mechanisch entfernen zu können. Doch für die schwer erreichbaren Nester hoch oben in den Baumkronen stößt diese Ausrüstung an ihre Grenzen. Eine professionelle Lanzenausrüstung inklusive Kompressor, Stromaggregat und speziellem Zubehör schlägt mit etwa 7.000 Euro zu Buche. „Das wird dann nur über Spenden funktionieren“, erklärt Schiebenes, dem der Schutz der Bienen und der lokalen Biodiversität eine Herzensangelegenheit ist.
 

Daher ist die Wachsamkeit und Mithilfe der Bevölkerung entscheidend. Der Lebenszyklus der aus Südostasien stammenden Art beginnt bereits Ende Februar, wenn die Jungköniginnen mit dem Bau kleiner Embryonalnester starten. Ab Mai schlüpfen dort die ersten Arbeiterinnen. Bleiben diese frühen Nester unentdeckt, siedelt das Volk später in deutlich größere Sekundärnester um, die einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen und mehrere tausend Tiere beherbergen können. Da die eigenständige Entfernung aufgrund der hohen Stichgefahr für Laien lebensgefährlich ist, muss diese Aufgabe zwingend von qualifizierten Experten übernommen werden.
 

Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt unbedingt nutzen zur Sichtung von Nestern
 

https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse-melden

 

Foto: Torsten Schiebenes mit Schutzanzug und Urkunde© Sabine Zoller
Foto Zoller: Zum Schutz der Bienen und Insekten ist eine Bekämpfung der Asiatischen Hornisse nötig
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